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Friseure: Pandemie-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk

Wie können Friseurinnen und Friseure während der Corona-Pandemie sicher arbeiten? Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat einen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für die Branche Friseurbetriebe erarbeitet.

Bestmöglicher Schutz für Beschäftigte
Die Regelungen sind für alle Friseurbetriebe verbindlich und ergänzen den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesarbeitsministeriums um branchenspezifische Vorgaben. Ziel ist es, das Risiko einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus für Inhaber, Beschäftigte und Kunden von Friseursalons bestmöglich zu reduzieren. Die BGW berät Friseurbetriebe bei der Umsetzung und überprüft die Einhaltung der Regelungen.

Vorgeschriebene Schutzmaßnahmen
Der neue Branchenstandard enthält Hygieneregeln, Handlungsanweisungen und räumliche Vorgaben. Dabei gilt die Rangfolge: technische vor organisatorischen vor persönlichen Schutzmaßnahmen. Zu den verpflichtenden Maßnahmen in Deutschland gehören unter anderem:

  • Mund-Nasen-Schutz für Beschäftigte und Kundschaft
  • Obligatorisches Haarewaschen im Salon
  • Ausreichend Schutzabstand von 1,5m im Radius des Arbeitsplatzes, gegebenenfalls mit Anpassung von Friseurarbeitsplätzen
  • Abschaffung von Wartezonen
  • Verwendung jeweils gereinigter Arbeitsmaterialien je Kunde
  • Optimierte Lüftung
  • Unterweisung der Beschäftigten in Schutzmaßnahmen, Händehygiene und Hautschutz

Um Friseurbetriebe bei der praktischen Umsetzung der Arbeitsschutzstandards zu unterstützen, entwickelt die BGW zusätzlich eine Handlungshilfe. Diese wird mit dem Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks und der Gewerkschaft abgestimmt und wird vor der voraussichtlichen Wiedereröffnung der Friseursalons vorliegen.

Antworten auf wichtige Fragen finden Sie auf der Homepage des BGW:

Bundeskabinett beschließt Verordnung über Erleichterungen der Kurzarbeit

Das Bundeskabinett hat am gestrigen Montag, 23. März 2020 die Verordnung mit folgendem Inhalt beschlossen:

  • Der Anteil der Beschäftigten, der von Arbeitsausfall betroffen sein muss, um einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld zu haben, wird auf zehn Prozent der Belegschaft gesenkt.
  • Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten vor der Gewährung Kurzarbeitergeld wird verzichtet.
  • Die Bundesagentur für Arbeit erstattet den Arbeitgebern die von ihnen während der Zeit des Arbeitsausfalls allein zu tragenden Sozialversicherungsbeiträge vollständig.
  • Die Möglichkeit, Kurzarbeitergeld zu beziehen, wird befristet auf Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer ausgedehnt.
  • Die Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen aus Beitragsmitteln für Beschäftigte, die Saison-Kurzarbeitergeld beziehen, hat Vorrang vor einer Erstattung aus der Umlage nach § 102 Abs. 1 SGB III.

Die Erleichterungen gelten befristet bis zum 31. Dezember 2020. Sie gelten zudem rückwirkend für bereits ab 1. März 2020 eingetretene Arbeitsausfälle. Das bedeutet, dass:

  • auch rückwirkend Kurzarbeitergeld beantragt werden kann. Es ist arbeitsrechtlich grundsätzlich zulässig, Kurzarbeit bei Vorliegen eines Arbeitsausfalles auch für die Vergangenheit zu vereinbaren. Dies gilt jedoch dann nicht, wenn für diese Zeiten das Arbeitsentgelt bereits abgerechnet und ausgezahlt wurde, da in einen bereits abgeschlossenen Vorgang nicht rückwirkend eingegriffen werden kann. An der Notwendigkeit, rechtzeitig den Arbeitsausfall anzuzeigen, ändert diese Auslegung nichts. Zeigen Sie daher umgehend den Arbeitsausfall bei der zuständigen Arbeitsagentur an (Informationen unter
    www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld)
  • für bereits in Kurzarbeit befindliche Betriebe keine neue Anzeige von Kurzarbeit erforderlich ist, um erleichterten Zugang zum Kurzarbeitergeld und die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge zu erhalten.
  • Kurzarbeit grundsätzlich auch für Beschäftige der Zeitarbeit nicht nur für die Zukunft, sondern auch rückwirkend vereinbart werden kann. Der in § 11 Abs. 4 Satz 2 AÜG geregelte Lohnanspruch für Zeitarbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer kann aufgrund der Verordnung frühestens mit Wirkung ab 1. März 2020 für den Umfang des Arbeitsausfalls und die Dauer aufgehoben werden, für die Zeitarbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer Kurzarbeitergeld erhalten.
  • die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge für Beschäftigte, die Saison-Kurzarbeitergeld beziehen, nicht mehr aus der Umlage nach § 102 Abs. 1 SGB III (Winterbeschäftigungs-Umlage) erfolgt, sondern aus Beitragsmitteln der Arbeitslosenversicherung.
  • für alle Beschäftigten, die Saison-Kurzarbeitergeld beziehen, die Sozialversicherungsbeiträge voll erstattet werden.

Hinweis
In Bezug auf das Antragsverfahren zum Kurzarbeitergeld (KUG) haben den Friseur- und Kosmetikverband NRW in den letzten Tagen vermehrt Anrufe mit der Frage nach tariflichen Regelungen zum KUG in den Tarifverträgen erreicht.
Im Manteltarifvertrag für das Friseurhandwerk in NRW (MTV-Friseure NRW) und im Tarifvertrag über die Vergütung im Friseurhandwerk NRW ist Kurzarbeitergeld nicht verankert. Im Donwload stellen wir Ihnen daher ein Musterformular zur einzelvertraglichen Vereinbarung zur Verfügung.

Bundesweite Schließung der Friseurgeschäfte – gilt auch für mobile Friseurinnen und Friseure

Per Rechtsverordnung hat die Landesregierung in NRW  ein weitreichendes Kontaktverbot erlassen, das am Montag, 23. März 2020 in Kraft tritt. Demnach werden Zusammenkünfte und Ansammlungen in der Öffentlichkeit von mehr als zwei Personen untersagt. Ausgenommen sind Verwandte in gerader Linie, Ehegatten, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner sowie in häuslicher Gemeinschaft lebende Personen, die Begleitung minder-jähriger und unterstützungsbedürftiger Personen, zwingend notwendige Zusammenkünfte aus geschäftlichen, beruflichen und dienstlichen sowie aus prüfungs- und betreuungsrelevanten Gründen. Die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs bleibt zulässig.
(Quelle: land.nrw)

Betroffen sind nunmehr auch Friseurbetriebe, Nagel- und Tattoo-Studios sowie Massage-salons. Darunter fallen selbstverständlich auch mobile Friseurinnen und Friseure.

Die Maßnahmen gelten vorerst bis zum 3. Mai 2020.

Wichtiger Hinweis:
Aufgrund des allgemeinen Schließungserlasses für die Friseurbetriebe gibt es keine Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz.
Es gibt Ansprüche auf Kurzarbeitergeld, zu beantragen über die Agentur, wenn es also betriebliche Einbußen gibt, soll in erster Linie Kurzarbeitergeld beantragt werden. Hierzu gibt es bereits jetzt auf unserer Homepage Hinweise, Links und Downloads, die genutzt werden können. Bei Fragen helfen wir gerne weiter.
Daneben gibt es für kurzfristige finanzielle Engpässe die Möglichkeit vereinfacht Kredite in Anspruch zu nehmen, z.B. über die KFW.

Corona: Bundesweite Schließung der Friseurgeschäfte

Am gestrigen Nachmittag, Sonntag, 22. März 2020, haben die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Bundesländer eine Erweiterung der Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie beschlossen. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem die sofortige Schließung der Friseurgeschäfte in Deutschland angeordnet. Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks, Harald Esser, nimmt dazu Stellung:

“Wir begrüßen die bundeseinheitliche Regelung zur sofortigen Schließung der Friseurgeschäfte. Sie schafft deutschlandweit einheitliche Sicherheit für unsere Kunden, Mitarbeiter und Betriebsinhaber. Ich bin sicher, dass die Angehörigen unseres Handwerks dieser staatlichen Anordnung ausnahmslos Folge leisten werden und die Ausübung der Friseurdienstleistungen konsequent einstellen. Dies geschieht ungeachtet der Tatsache, dass dies für unsere Branche ungeahnte existenzbedrohende Konsequenzen haben wird. Denn wir müssen davon ausgehen, dass die Epidemie nicht in zwei Wochen zu Ende sein wird.

Aus wirtschaftlicher Sicht geht es in den nächsten Wochen für das Friseurhandwerk ums Ganze. Vor diesem Hintergrund begrüßt der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks ausdrücklich die Ankündigung von Bundesfinanzminister Olaf Scholz, Unterstützungsleistungen für Kleinbetriebe, keine Kredite, in Höhe von jeweils bis zu 15.000,00 Euro unbürokratisch sofort auszuzahlen. Zusammen mit den umfangreichen Hilfspakten des Bundes und der Länder, die allesamt bis zum kommenden Freitag die parlamentarische Zustimmung erhalten sollen, werden so die richtigen wirtschaftlichen Signale in dieser beispiellosen Krise gesetzt.

Die gesamte Handwerksorganisation, mit Innungen, Kreishandwerkerschaften, Handwerkskammern, Landesvertretungen, den Bundesverbänden und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks, arbeitet an der Stützung und Rettung der Betriebe. Im Friseurhandwerk geht es dabei um die 240.000 Schicksale unserer Mitarbeiter und die Existenz der 80.000 Salons.

Die Zeiten sind überaus ernst und verlangen nach klaren Entscheidungen und entschlossenem Einsatz für unser Friseurhandwerk. Dafür wird der Zentralverband mit seinen Landesverbänden und Innungen in den nächsten Wochen und Monaten kämpfen. Das verspreche ich Ihnen.”

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) vertritt als Bundesinnungsverband die Gesamtinteressen des deutschen Friseurhandwerks. In ihm sind 13 Landesinnungsverbände zusammengeschlossen, deren Mitgliederbasis rund 260 Friseur-Innungen bilden. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es mehr als 80.000 Friseursalons mit über 230.000 Beschäftigten und rund 21.000 Auszubildenden. Der Jahresumsatz liegt bei über 7 Milliarden Euro. Präsident des Zentralverbandes ist Harald Esser, Hauptgeschäftsführer ist Jörg Müller. Sitz der ZV-Geschäftsstelle ist Köln.

Corona-Infos für Friseursalons

Die Folgen der Corona-Epidemie können Friseurunternehmen sehr schnell in eine finanzielle Notlage stürzen. Die Angst vor der “Corona-Pleite” unter uns Friseuren ist riesig. Doch wer panisch reagiert, mach bekanntlich Fehler. Wir wollen Friseuren helfen, in dieser nie dagewesenen Ausnahmesituation die Übersicht zu behalten.

Darum haben die Mitglieder der Facebook-Gruppe “FriseurUnternehmer” gemeinschaftlich in diesem Beitrag die wichtigsten Antworten und informativsten Links zusammenzutragen. Ohne Verschwörungstheorien, ohne Halbwissen und ohne Falschmeldungen! In der FriseurUnternehmer-Gruppe finden Sie darüber hinaus die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zur gegenseitigen Hilfe (Zutritt nur für selbständige Friseure).

Im folgenden Beitrag erfahren Sie, wie Sie Ihre Mitarbeiter und Ihr Unternehmen in dieser noch nie dagewesenen Situation von dem finanziellen Zusammenbruch schützen können. Diese Seite wird ständig aktualisiert. Besuchen Sie sie bitte regelmäßig, um immer auf dem aktuellen Stand zu sein!