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Unterstützung in Zeiten der Krise – Ein Blick auf das Handwerk

Das Coronavirus stellt unsere Gesellschaft, die politischen Entscheidungsträger und Unternehmen vor viele neue Herausforderungen. Kurzarbeit, wegbrechende Auftragslagen und die Ungewissheit, wie lange die Pandemie mit ihren Auswirkungen noch dauert, bestimmen den Alltag. Was in dieser Krise jedoch Mut macht, ist das breite gesellschaftliche Engagement, das uns zusammenhält. Einen erheblichen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander leistet das Handwerk, sei es in den systemrelevanten Bereichen der Lebensmittelversorgung durch unsere Bäcker und Fleischer, der Dienstleistung durch unsere Friseure, Hilfe bei technischen Problemen im und am Haus, oder im Bau- und den Baunebengewerken.

Hier stellen sich die Betriebe immer wieder aufs Neue den Problemen des Umgangs mit der Pandemie, sei es beim Schutz der Mitarbeiter und der Kunden oder der betrieblichen Arbeitsorganisation.. Auftragszahlen gehen zurück, die Nachfrage nach handwerklichen Leistungen sinkt, beim Materialnachschub gibt es zeitweise Probleme. Und auch die Mitarbeiter fallen ab und zu aus, weil sie ihre Kinder betreuen müssen.

Insgesamt ist die aktuelle Krise aufgrund des, unstreitig, unumgänglichen Shutdowns aber für praktisch alle Gewerke und jeden einzelnen Betrieb spätestens dann ein existentielles wirtschaftliches Problem, wenn es sich zu einer dauerhaften Krise auswächst.

Am Donnerstag, 14. Mai 2020, ist die Steuerschätzung mit der Prognose eines milliardenschweren Steuereinbruchs bekanntgegeben worden. Im Augenblick sollen Steuererhöhungen kein Thema sein – warten wir es ab, wie diese Aussage in ein paar Monaten zu bewerten sein wird.

Ungeachtet dessen erfordert die aktuelle Situation von der Politik schnell einen Plan für ein gigantisches Konjunkturprogramm, das die Wirtschaft insgesamt, aber auch das Handwerk während und nach der Krise unterstützt und Existenzen sichert. Das Wesen von möglichen Steuereinnahmen ist nämlich in erster Linie die Fähigkeit, Steuern zahlen zu können, dass können aber nur gesunde Betriebe.

Für die Bereiche, die unmittelbar oder mittelbar von Corona-bedingten Vorgaben zu Kontaktbegrenzungen betroffen gewesen sind, hat die Politik mit den Liquiditätshilfen einen überlebenswichtigen Faktor geschaffen. Auch die Erleichterungen Kurzarbeit beantragen zu können, war richtig.

Die Politik ist aber auch weiterhin gefordert, die richtigen Weichen zu stellen, damit die angeschlagenen Handwerksbetriebe auch die Rahmenbedingungen vorfinden, die sie gesunden oder erst gar nicht krank werden lassen.

In der aktuellen Krise müssen wir alle gemeinsam unsere Betriebe und Unternehmen vor allem darin unterstützen, ihre Auftragslage schnellstmöglich zu stabilisieren. Unsere Betriebe wollen arbeiten. Privatleute wie die öffentliche Hand sind daher aufgerufen, an erteilten Aufträgen auf jeden Fall festzuhalten und wo immer möglich neue Aufträge zu erteilen. Der öffentlichen Hand kommt hier eine Vorbildfunktion zu, Aufträge keinesfalls zu verschieben oder zu stornieren, sondern im Gegenteil durch Auftragserteilung substanzielle Nachfrageimpulse zu geben. Dies wird bei uns im Kreis Höxter durch die hiesigen Kommunen. Gott sei Dank, auch – noch – so gelebt.

Die Themen der großen Politik, die auch das regionale Handwerk treffen, wie z.B. die geplante Anhebung des Kurzarbeitergeldes, die ständig wachsenden Regulierungen und zusätzlichen bürokratischen Belastungen, Steuern, Abgaben, Haushaltssperren der öffentlichen Hand, sind alles  Punkte, auf die wir vor Ort kurzfristig nur wenig Einfluss nehmen können.

Was wir als Kunden und Verbraucher tun können ist, den örtlichen Betrieben auch weiterhin unser Vertrauen zu schenken, Aufträge lokal erteilen und die regionalen Dienstleistungen in Anspruch nehmen.

Ich hoffe, dass die sich nun konkret abzeichnende Wirtschaftskrise für unsere Betriebe im Kreis Höxter nicht so dramatisch ausfällt, wie von vielen befürchtet. Lassen Sie uns alles dafür tun, damit wir optimistisch in die Zukunft schauen können.

Ihr
Gerald Studzinsky

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2020-05-27T13:52:50+02:0027.05.2020|Kategorien: Studzinsky blogt|
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